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Der Weg zur Diagnose

Eine Autismus-Diagnostik in Deutschland besteht aus mehreren Schritten und braucht in der Regel Geduld – Wartezeiten auf spezialisierte Termine sind vielerorts lang. Der Ablauf unterscheidet sich zwischen Erwachsenen und Kindern, folgt aber einem ähnlichen Grundgedanken.

1. Erste Anlaufstelle

Der Weg beginnt meist bei der Hausärztin oder dem Hausarzt oder direkt bei einer psychiatrischen beziehungsweise psychotherapeutischen Praxis. Dort wird besprochen, welche Beobachtungen vorliegen und welche spezialisierte Stelle infrage kommt.

Für die Diagnostik im Erwachsenenalter sind vor allem Spezialambulanzen an Kliniken und einzelne spezialisierte Praxen zuständig. Eine Überweisung wird häufig verlangt.

2. Anamnese und Vorgeschichte

Im Zentrum stehen ausführliche Gespräche zur aktuellen Situation und zur Kindheitsentwicklung. Hilfreich sind Unterlagen wie alte Zeugnisse, das Untersuchungsheft oder Berichte von Angehörigen, die die frühe Entwicklung einschätzen können.

Da Autismus eine Entwicklungsbesonderheit ist, spielt die Vorgeschichte eine wichtige Rolle – auch wenn die Erinnerungen lückenhaft sind.

3. Standardisierte Verfahren

Ergänzend kommen Fragebögen und strukturierte Beobachtungsverfahren zum Einsatz. Sie liefern Anhaltspunkte, ersetzen aber nie die klinische Gesamteinschätzung durch eine erfahrene Fachperson.

4. Abgrenzung und Rückmeldung

Geprüft wird auch, ob andere oder zusätzliche Themen die Beschwerden besser erklären – etwa ADHS, Ängste, depressive Erkrankungen oder Belastungsfolgen. Mehrfachkonstellationen sind möglich.

Am Ende steht ein Rückmeldegespräch mit Befund und Empfehlungen, zum Beispiel zu Psychotherapie, Nachteilsausgleichen im Beruf oder Anlaufstellen zur Beratung.