Für Fachkreise
Informationen für Ärzt:innen, Psychotherapeut:innen und Schulpsycholog:innen: worauf Therapymate aufbaut, was die Plattform ist – und was sie ausdrücklich nicht ist.
Wissenschaftliche Grundlage
Kinder und Jugendliche in Deutschland sind häufiger von psychischen Belastungen betroffen, als oft angenommen: Fast 20 Prozent bekommen innerhalb eines Jahres eine psychische Störung[5]. Eine Querschnittsuntersuchung des Robert Koch-Instituts weist sogar rund 21,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit Hinweisen auf psychische Auffälligkeiten aus[6] – eine andere Messgröße als die jährliche Neuerkrankungsrate, daher kein Widerspruch. Trotzdem wird längst nicht jedes betroffene Kind behandelt: 2022 hatten erst 10,0 Prozent der Jugendlichen mindestens einmal Kontakt zu einer Fachperson mit psychiatrischem oder psychotherapeutischem Schwerpunkt[7]. Diese Lücke zwischen Belastung und Versorgung ist der Ausgangspunkt unserer Arbeit an einem niederschwelligen Erstzugang.
AQ-10-orientierte Fragen (Autismus)
Die Selbsttest-Items im Autismus-Bereich orientieren sich inhaltlich an Kurzscreenings aus dem Umfeld des AQ-10. Es werden ausschließlich eigene, an diese Instrumente angelehnte Formulierungen verwendet – keine wortwörtliche Übernahme geschützter Testverfahren.
ASRS-orientierte Fragen (ADHS)
Die ADHS-Items greifen Themenbereiche auf, die auch im ASRS-Screening adressiert werden, etwa Aufmerksamkeitssteuerung, Organisation und Impulsivität – wiederum in eigenen Formulierungen.
DIKJ-orientierte Fragen (Depression bei Kindern und Jugendlichen)
Das Depressions-Screening für Jugendliche und die Fremdeinschätzung für Eltern orientieren sich thematisch an etablierten Instrumenten wie dem DIKJ, mit altersgerechter, eigener Sprache und einer konservativen Risikostufenlogik.
Alle Screenings sind als niedrigschwellige Erstorientierung konzipiert und ersetzen keine Diagnostik. Die Auswertung erfolgt in drei sprachlich einordnenden Stufen; bei erhöhten Werten folgt immer eine konkrete Handlungsempfehlung.
DiGA-Status: Transparenzhinweis
Therapymate befindet sich aktuell in der Konzeptions-/Prototypphase. Eine Zulassung als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) wird nicht angestrebt. Therapymate ist und bleibt keine zugelassene DiGA und erhebt keinen medizinischen Leistungsanspruch im Sinne einer verordnungsfähigen Anwendung.
Zuweisungsprozess
Therapymate versteht sich als Brücke, nicht als Alternative zur fachlichen Versorgung. So können Sie die Plattform sinnvoll einsetzen:
Empfehlung bei Wartezeit
Wenn Ambulanzen und Praxen Wartezeiten haben, können Sie Therapymate als begleitende Brücke empfehlen: Betroffene und Eltern strukturieren ihre Beobachtungen, statt die Zeit nur abzuwarten.
Strukturierte Erstinformation
Screening-Ergebnisse und Fremdeinschätzungen aus dem Umfeld liefern Ihnen eine erste, in Worte gefasste Verhaltensbeschreibung – hilfreich für das Erstgespräch, ohne Diagnoseanspruch.
Klare Einordnung statt roher Zahlen
Nutzer:innen sehen keine nackten Punktzahlen, sondern eine sprachliche Einordnung mit konkretem nächsten Schritt. Bei Risikosignalen wird unmittelbar auf Krisenangebote und fachärztliche Abklärung verwiesen.
Als registrierte Fachkraft steht Ihnen außerdem das Fachkräfte-Portal zur Verfügung (aktuell im Aufbau).
