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AuDHD – wenn Autismus und ADHS zusammenkommen

AuDHD beschreibt die Kombination von Autismus und ADHS bei derselben Person. Beides tritt häufig gemeinsam auf, doch weil sich die Merkmale überlagern und gegenseitig maskieren, bleibt die Kombination oft lange unerkannt. Diese Seite hilft, die Wechselwirkungen besser zu verstehen.

Hinweis: „AuDHD“ ist keine offizielle, anerkannte Diagnose. Der Begriff ist ein Kunstwort aus „Autismus“ und „ADHS“ und wird vor allem von Betroffenen selbst verwendet, um die gemeinsame Ausprägung beider Bereiche zu benennen. In medizinischen Klassifikationen (ICD-11, DSM-5) werden Autismus und ADHS stattdessen als zwei eigenständige Diagnosen gestellt.

Kombiniertes AuDHD-Screening startenEin kurzer Fragebogen zur ersten Orientierung, ob sowohl autistische als auch ADHS-typische Merkmale vorliegen könnten – anonym und ohne Zeitdruck. Der Selbsttest ersetzt keine Diagnostik.Screening starten

Was ist AuDHD?

„AuDHD“ ist keine offizielle, anerkannte Diagnose, sondern ein von Betroffenen geprägtes Kunstwort aus „Autismus“ und „ADHS“. Es benennt die gleichzeitige Ausprägung beider Bereiche bei derselben Person. In den etablierten Klassifikationssystemen ICD-11 und DSM-5 wird Autismus und ADHS hingegen als zwei eigenständige Diagnosen gestellt – die Bezeichnung AuDHD ist dort nicht zu finden.

Beide gehören zu den neurodevelopmentalen Besonderheiten und treten überzufällig oft gemeinsam auf. Das bedeutet nicht, dass eine Ursache die andere auslöst – sie können unabhängig voneinander bestehen.

Die Herausforderung: Viele Merkmale scheinen sich gegenseitig auszugleichen oder zu überdecken. Autistische Struktur- und Routineneigung kann die typische ADHS-Unruhe nach außen abschwächen. Umgekehrt kann ausgeprägte ADHS-Impulsivität autistische Besonderheiten überlagern, sodass das Umfeld nur die eine Seite wahrnimmt.

Dieser Maskierungseffekt führt häufig dazu, dass eine der beiden Seiten – oft der Autismus – sehr spät oder gar nicht erkannt wird. Betroffene spüren dennoch die vollen Anforderungen beider Besonderheiten und erleben sie als inneren Widerspruch, der erschöpft.

Widersprüchliche Bedürfnisse verstehen

Typisch für AuDHD ist, dass scheinbar gegensätzliche Bedürfnisse nebeneinander stehen – mal das eine, mal das andere überwiegt. Beide sind echt und verdienen Beachtung. Einige häufige Beispielpaare:

Bedürfnis nach Beständigkeit
Bedürfnis nach Reiz/Abwechslung
  • Bedürfnis nach Vorhersehbarkeit und festen Routinen – Abweichungen lösen Stress aus.
    Bedürfnis nach Abwechslung, Neuem und Reizen – Unterstimulation fühlt sich leer und unerträglich an.
  • Lange, tiefe Konzentration auf ein Thema, möglichst ohne Unterbrechung.
    Schneller Wechsel zwischen Reizen und Aufgaben, da die Aufmerksamkeit springt.
  • Reizarme, ruhige Umgebung, um nicht überlastet zu werden (Overload).
    Aktive Suche nach Anregung – Musik, Bewegung, Input – gegen innere Unruhe.
  • Klare, direkte Kommunikation und eindeutige, verlässliche Absprachen.
    Impulsives, spontanes Reagieren und schnelle Entscheidungen im Moment.

Diese Spannungen sind kein Widerspruch in sich, sondern Ausdruck zweier unterschiedlicher Regulationsbedürfnisse.