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In akuten Krisen:Telefonseelsorge 0800 111 0 111(kostenlos, anonym)

Für Eltern & Bezugspersonen

Wenn du dir Sorgen um dein Kind machst, bist du nicht allein. Diese Seite gibt dir konkrete Anhaltspunkte für das Gespräch, den Schulalltag und den weiteren Weg – ohne dass du alles sofort richtig machen musst.

Das Gespräch beginnen

Wähle einen ruhigen Moment ohne Zeitdruck – etwa beim gemeinsamen Spazieren, Autofahren oder Abendessen. Nebensächliche Situationen senken die Hemmschwelle oft mehr als ein angekündigtes „Wir müssen reden“.

Sprich aus der Ich-Perspektive und beschreibe Beobachtungen statt Bewertungen: „Mir ist aufgefallen, dass du dich seit ein paar Wochen oft zurückziehst, und ich mache mir Sorgen“ wirkt anders als „Du bist in letzter Zeit so komisch“. Frage offen, höre zu und nimm auch schweigende oder abwehrende Reaktionen gelassen hin – das Gespräch darf auch in mehreren Anläufen stattfinden.

Wichtig ist die Botschaft: „Ich bin da, wir finden das gemeinsam heraus, und Hilfe zu holen ist keine Schwäche.“ Vermeide Beschwichtigungen („Das wird schon wieder“) und Vorwürfe – beides signalisiert, dass das Thema nicht sicher besprochen werden kann.

Schule und Nachteilsausgleich

Spricht das Kind oder die Jugendliche es nicht ausdrücklich ab, lohnt ein vertrauliches Gespräch mit der Klassenleitung oder Vertrauenslehrkraft. Viele Schulen haben Erfahrung mit solchen Situationen und können im Alltag entlasten – etwa durch angepasste Abfragesituationen oder einen Ansprechpartner in der Schule.

Bei anhaltenden Beeinträchtigungen ist ein Nachteilsausgleich möglich: konkrete Erleichterungen wie Zeitverlängerung bei Prüfungen, angepasste Hausaufgaben oder Entlastung bei Sport und mündlichen Leistungen. Er ist keine Sonderbehandlung, sondern gleicht aus, was die Belastung erschwert. Die genauen Regelungen unterscheiden sich je nach Bundesland und Schulform – die Schulleitung oder der Schulpsychologische Dienst beraten dazu.

Bei längerem Fehlen wegen Erkrankung gelten außerdem dieselben Regeln wie bei körperlichen Erkrankungen – eine depressive Erkrankung ist ein legitimer Grund für Fehlzeiten und kann entsprechend attestiert werden.

Entlastung im Alltag

Struktur hilft: verlässliche Tagesabläufe, gemeinsame Mahlzeiten, regelmäßige Schlafenszeiten und kleine, erreichbare Aktivitäten sind oft wirkungsvoller als große Programme. Druck („Reiß dich zusammen“) und Überbehütung sind beide kontraproduktiv – gesucht ist ein Mittelweg aus Verbindlichkeit und Geduld.

Vergiss dich selbst nicht: Eltern, die sich Sorgen machen, brauchen ebenfalls Unterstützung – durch den Austausch mit anderen Eltern, Beratungsstellen oder die eigene Hausarztpraxis. Du kannst nur dann gut für dein Kind da sein, wenn auch du getragen bist.

Wenn es um mehr geht

Äußert dein Kind Gedanken an den eigenen Tod oder zeigt es selbstverletzendes Verhalten, nimm das immer ernst und sprich es ruhig und direkt an. Fragen lösen nichts aus – sie öffnen die Tür zum Gespräch. Sofortige Hilfe gibt es bei der Telefonseelsorge (0800 111 0 111), der Nummer gegen Kummer (116 111) und im Notfall über den Notruf 112.