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Der Weg zur ADHS-Diagnose

Eine ADHS-Diagnostik besteht aus mehreren Bausteinen und braucht meist Geduld. Diese Seite beschreibt den üblichen Ablauf, was zu Wartezeiten und Kosten bekannt ist und wie sich Medikation und Verhaltenstherapie unterscheiden – neutral und ohne Empfehlung.

1. Erste Anlaufstelle

Bei Erwachsenen beginnt der Weg meist in der Hausarztpraxis oder direkt in einer psychiatrischen Praxis; bei Kindern in der kinder- und jugendärztlichen Praxis. Von dort geht es weiter zu Praxen für Psychiatrie beziehungsweise Kinder- und Jugendpsychiatrie, zu Spezialambulanzen oder Sozialpädiatrischen Zentren.

Eine Überweisung wird häufig verlangt. Es lohnt sich, bei der Terminvereinbarung direkt zu fragen, ob die Stelle ADHS-Diagnostik anbietet.

2. Was in der Diagnostik passiert

Im Zentrum stehen ausführliche Gespräche zur aktuellen Situation und zur Entwicklung seit der Kindheit. Hilfreich sind alte Zeugnisse, das Untersuchungsheft, Berichte aus Schule oder Arbeit und Einschätzungen von Angehörigen.

Ergänzend kommen standardisierte Fragebögen und Aufmerksamkeitstests zum Einsatz. Sie liefern Hinweise, ersetzen aber nie die klinische Gesamteinschätzung. Geprüft wird außerdem, ob andere Themen die Beschwerden besser erklären – etwa Schlafmangel, Schilddrüsenfunktion, Ängste, depressive Erkrankungen oder Belastungsfolgen. Mehrere Konstellationen gleichzeitig sind möglich.

3. Wartezeiten realistisch einplanen

Auf Termine zur ADHS-Diagnostik wird vielerorts über Monate gewartet, besonders im Erwachsenenbereich. Die Dauer unterscheidet sich stark je nach Region und Einrichtung.

Was helfen kann: sich parallel auf mehreren Wartelisten eintragen, nach Absagen fragen, die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung (Telefon 116 117) nutzen und die Wartezeit für das Sammeln von Unterlagen verwenden.

4. Kostenträger

Diagnostik und Behandlung bei ADHS gehören grundsätzlich zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn sie medizinisch begründet und von zugelassenen Leistungserbringern durchgeführt werden. Bei privaten Versicherungen richtet sich die Erstattung nach dem Vertrag.

Rein privat angebotene Diagnostik wird in der Regel selbst bezahlt. Kläre Umfang und Kosten am besten vorab schriftlich mit der Praxis und deiner Krankenkasse.

Medikation und Verhaltenstherapie – ein neutraler Überblick

Beide Wege werden in der Versorgung eingesetzt, einzeln oder kombiniert. Was im Einzelfall passt, hängt von Alter, Ausprägung, Begleitthemen und den eigenen Zielen ab und gehört in ein ärztliches Gespräch. Diese Übersicht ersetzt keine Beratung.

Medikation

Medikamente können bei einem Teil der Betroffenen Aufmerksamkeit, Unruhe und Impulsivität beeinflussen. Es gibt stimulierende und nicht-stimulierende Wirkstoffe.

  • Verordnung, Einstellung und Kontrolle erfolgen ärztlich
  • Wirkung und Verträglichkeit sind individuell verschieden
  • Mögliche Nebenwirkungen werden vorab besprochen
  • Regelmäßige Verlaufskontrollen gehören dazu

Verhaltenstherapie und Psychoedukation

Psychotherapeutische Angebote setzen an Alltagsstrukturen, Selbstorganisation, Emotionsregulation und dem Umgang mit dem eigenen Selbstbild an.

  • Bei Kindern werden Eltern und Schule meist einbezogen
  • Aufbau konkreter Strategien für den Alltag
  • Bearbeitung von Begleitthemen wie Ängsten oder Erschöpfung
  • Wirkt in der Regel schrittweise über längere Zeit