Mythen & Fakten
Über Autismus, ADHS und Depression kursieren viele verkürzte Annahmen. Hier stehen sie neben einer sachlichen Einordnung.
Mythos
Fakt
Mythos„Autismus sieht man einem Menschen an.“
FaktViele autistische Menschen wirken im Alltag unauffällig, weil sie ihr Verhalten stark anpassen. Diese Anpassung kostet Kraft und macht Belastung eher unsichtbar.
Mythos„ADHS ist eine Frage von mangelnder Disziplin.“
FaktIm Zentrum stehen exekutive Funktionen – also das Planen, Starten und Steuern von Handlungen. Vorsätze allein verändern diese Prozesse nicht.
Mythos„Autismus und ADHS schließen sich gegenseitig aus.“
FaktBeides kann gemeinsam auftreten. Merkmale des einen Bereichs überdecken dabei häufig die des anderen, was Einordnungen erschwert.
Mythos„Mädchen und Frauen sind kaum betroffen.“
FaktSie werden häufiger später oder gar nicht erkannt. Beschreibungen und Beobachtungskriterien orientieren sich historisch stark an Jungen.
Mythos„Kinder mit Depression sind vor allem traurig.“
FaktBei Kindern zeigen sich oft Reizbarkeit, Rückzug, Schlafprobleme, körperliche Beschwerden oder Schulvermeidung statt offener Traurigkeit.
Mythos„Ein Selbsttest im Internet klärt die Frage.“
FaktEin Fragebogen kann Beobachtungen sortieren und ein Gespräch vorbereiten. Eine Diagnose stellen ausschließlich qualifizierte Fachpersonen.
Mythos„Wer eine Diagnose hat, ist im Beruf eingeschränkt.“
FaktEntscheidend sind die Rahmenbedingungen. Reizarme Arbeitsplätze, klare Absprachen und flexible Zeiten verändern die Situation oft deutlich.
Mythos„Über psychische Belastung zu sprechen, macht alles schlimmer.“
FaktEin ruhiges, konkretes Gespräch entlastet in der Regel. Wichtig ist, zu beschreiben statt zu bewerten und keine Zusagen zu machen, die nicht eingehalten werden können.
